Ein Buch übers Vergessen, Verschwinden, Verlöschen …

Ein Mann attackiert seine Frau mit dem Messer. Bei der Polizei kann er sich an nichts mehr erinnern. Bittere Wahrheit: Der Täter leidet an Alzheimer. – Was verbindet uns mit anderen Menschen und mit der Welt? Was bleibt, wenn Bewusstsein, Seele, Identität schwinden? Wie lebt es sich als Figur des Nichts - oder als deren Angehörige?

 

»Würden Sie gerne Herr oder Frau Alzheimer heißen? Würden Sie gerne diesen Namen tragen, so unterzeichnen, so antworten, wenn man Sie nach Ihrer Identität fragte: Ich heiße Alzheimer. Alzheimer ist mein Name.
 
Manchmal kentert mein Gedächtnis. Es ist wie ein schwarzes Loch, in dessen Innerem etwas sein muss, nach dem ich suchen sollte. Ich erinnere mich nicht, was, aber es gab da in dem Loch etwas und dieses Etwas fehlt mir. Wie merkwürdig, das Fehlen von etwas zu merken, das man nicht kennt. Wenn etwas fehlt, weiß man für gewöhnlich, was, deswegen fehlt er oder sie ja …«

Wie Olivia Rosenthal über Verlust und Vergessen schreibt, geht unter die Haut. Dabei entdeckt ihr mikroskopischer Blick im Prozess des Verschwindens mehr als nur ein individuelles Schicksal. Und in der Tat, ihre Konfrontation mit dem schwarzen Loch des Gedächtnisverlusts schenkt: Lebenskraft.

 

LESEPROBE

Olivia Rosenthal

© Cathérine Hélie, Editions Gallimard
© Cathérine Hélie, Editions Gallimard

ist 1965 in Paris geboren. Seit 1999 hat sie mehrere Romane bei Editions Verticales (Gallimard) veröffentlicht. Für »Wir sind nicht da, um zu verschwinden« (»On n'est pas là pour disparaître«) wurde sie 2007 mit dem in Frankreich vielbeachteten »Prix Wepler« sowie dem »Prix Pierre Simon Éthique et Société« ausgezeichnet. In Deutschland wurde ihr dafür zudem (zusammen mit Volker Braun) im Jahr 2009 der deutsch-französische Candide-Preis verliehen. Olivia Rosenthal, deren jüdisch-polnischer Familienhintergrund auch nach Frankfurt am Main verweist, unterrichtet Literatur an der Universität Paris VIII, sie verfasst außerdem Theaterstücke und veranstaltet Performances mit Bildenden Künstlern und Filmemachern.

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Hardcover mit Lochstanzung,

194 Seiten. 20,00 €. Ab sofort im Handel.
ISBN 978-3-89741-402-0

Übersetzt aus dem Französischen von Birgit Leib


Nicht verpassen: Olivia Rosenthal am 3.9. bei ARTE | Metropolis

Am 3. September um 16:30 Uhr wird Olivia Rosenthal mit ihrem Buch »Wir sind nicht da, um zu verschwinden« in der Arte-Sendung Metropolis vorgestellt.

Olivia Rosenthal ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017!

Die Autorin liest aus »Wir sind nicht da, um zu verschwinden«

Moderation: Ulrike Helmer. Übersetzung: Birgit Leib

11. Oktober 2017

Frankfurt, 20.00 Uhr     Evangelische Akademie Frankfurt, Panoramasaal, Römerberg 9

12. Oktober 2017

Frankfurt, 11.00 Uhr     Buchmesse Frankfurt, Lesebühne der Unabhängigen Verlage, Halle 4.1