Bornemann, Eike: Im Schatzfieber

Paperback,

265 Seiten

ISBN 978-3-89741-403-7

 

Auch als eBook erhältlich

15,00 €

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Inhalt

 

Carolin ist Mitte dreißig und steht gegenwärtig nicht auf der Sonnenseite: Sie wurde vom Partner verlassen, ist wegen Alkoholproblemen aus dem Job geflogen und hat die Therapie abgebrochen … Wie ein verwundetes Tier verkriecht Caro sich fürs Erste bei den Eltern in Potsdam. Dort träumt sie von Abenteuern und einem Neubeginn.
Ihre Wünsche gehen überraschend schnell in Erfüllung, als der Vater ein antiquarisches Buch ersteigert: Noch in derselben Nacht bricht jemand bei den Eltern ein, anderntags wird Caro auf der Straße überfallen. Nur gut, dass ihr eine Frau zu Hilfe kommt, als der Räuber ihr das Konvolut entreißen will. Diese Retterin, Alex, ist so ganz anders als die Freundinnen aus Caros Bekanntenkreis ... Was ist so wertvoll an dem alten Buch, das laut Widmung einem Hans Sass aus Moabit gehörte?

Leseprobe

 

Aus dem Regen kam ein Mann gelaufen. Er trug einen dunkelblauen Anorak mit dünner Kapuze, die eng am Kopf anlag und über dem Kinn zugeschnürt war, so dass nur das blasse Oval des Gesichtes herausschaute. Der Fremde lief über die Straße direkt auf sie zu, als suchte er ebenso wie sie im Wartehäuschen Schutz vor der Nässe.
Der Angriff erfolgte so unvermittelt, dass Caro in eine regelrechte Schockstarre verfiel. Der Mann drückte sie mit dem ausgestreckten Arm gegen die Rückwand und auf den Sitz, während seine andere Hand gleichzeitig nach dem Buch grapschte, das sie aus einem kindlichen »Mein-Sandförmchen!«-Reflex heraus fest an ihre Brust presste.
Augenblicklich schnellte ihr Puls in die Höhe. In ihrer Leiste krampfte sich etwas zusammen, ein kurzer, stechender Schmerz durchzuckte sie. Trotz der kühlen Luft brach ihr der Schweiß aus. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie in das über ihr hängende Gesicht. Eine gezackte Narbe verlief von einem Mundwinkel in einem flachen Bogen aufwärts in Richtung Ohr wie ein groteskes halbes Lächeln. Die Augen des Mannes waren weit geöffnet, rund wie Kieselsteine, das entstellte Gesicht drückte brutale Entschlossenheit aus.
Etwas in ihr weigerte sich, zu glauben, dies würde ihr passieren. Es war etwas, von dem man in der Zeitung las oder das man sich aus der Sicherheit eines Kino-Sessels heraus anschaute. Nur nichts, was einen selbst betraf.
Doch es war so, war Wirklichkeit.
Es ging um sie, geschah ihr! Sie war das Opfer!
Plötzlich flog der Angreifer an ihr vorbei und prallte mit dem Kopf voran gegen das Glas des Wartehäuschens. Der Mann bewahrte sein Gleichgewicht, wirbelte herum und gab ein Knurren wie von einem gereizten Tier von sich. Vor dem Wartehäuschen stand das dunkelhaarige Mädchen, dessen Telefonat Caro belauscht hatte. In der Hand hielt sie etwas, das wie eine lange, schmale Taschenlampe aussah. Sie hob den Arm. Eine kurze, ruckartige Bewegung aus dem Handgelenk heraus und die Glieder eines Schlagstockes schnellten aus dem Griff. »Denk nicht mal dran, Arschloch! Mit dem Ding hier spalte ich Ziegelsteine.« – Wie anders die Stimme nun klang!


Autor_in

Eike Bornemann

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