Marion Feldhausen: Der Himmel so rot

Paperback | ca. 208 Seiten | ISBN 978-3-89741-443-3

Auch als eBook erhältlich

 

Erscheint im März/April
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Inhalt

Am Duisburger Kai­serberg sucht ein Mann mit einer Sonde nach Wertgegenständen. Er findet ein Amulett, zwei Lire-Münzen und – menschliche Knochen. Laut Rechtsmedizin ist die Tote etwa dreißig Jahre alt, liegt ebenso lang unter der Erde und: Es war ein Gewaltverbrechen. Bald gibt es Hinweise, dass sie in einer psychiatrischen Klinik in Italien gelebt haben könnte. Hauptkommissarin Sofia Barucchi, Deutsch­italienerin, übernimmt, aber ihre Ermittlungen werden boykottiert. Beweise verschwinden.

Sofia findet eine Spur, die in die 1940er Jahre zurückführt: Der Kompanieführer einer SS-Panzergrenadier-Divi­sion in Italien floh nach dem Krieg nicht, sondern kehrte nach Deutschland zurück, wo er heute mit rechten Motorradclubs in einem Milieu von Drogen, Prostitution und Mord verkehrt. Was verbindet den Altnazi mit der Toten vom Kaiserberg? 

Leseprobe

Als Paul zurückkehrt, lässt Sofia sich gerade vom Herrn des Hauses erzählen, wie das damals war, als er sein Geschäft aufgebaut hat. Paul tritt dazu, nickt unmerklich mit dem Kopf. Sofia lässt den Mann seine Geschichte zu Ende erzählen. Dann bedanken sich die Besucher für seine Kooperation. Sofia bittet ihn noch darum, am nächsten Tag ins Präsidium zu kommen, die Aussage müsse protokolliert und unterschrieben werden. Der Hausherr bringt sie zur Tür, verabschiedet sie mit festem Händedruck und höflichen Floskeln.

    »Viel Glück für Ihre Ermittlungen, Frau Barucchi. Ein italienischer Name?«

     »Ja, mein Vater ist Italiener.«

     »Sie sprechen unsere Sprache ausgezeichnet.«

     »Ihre Sprache ist inzwischen auch meine, ich habe die deutsche Staatsangehörigkeit.«

     »Ja, wir sind sehr großzügig geworden. Nicht immer zu unserem Vorteil.«

     Die Tür fällt leise ins Schloss.

     Paul stapft den Kiesweg entlang, knurrt irgendwas. Vor der Autotür bleibt er stehen, guckt Sofia über das Wagendach hinweg an. »Was war das denn? So ein Armleuchter.«

     »Wieso?«

     »Wieso wieso? Widerlich, der Kerl!«

     »Reg dich ab, Paul, da gibt es Schlimmeres.«

     »Stimmt auch wieder, macht es aber nicht besser. Können die nicht langsam aussterben?«

     »Die sterben nicht aus, es kommen mehr als genug nach. Guck dir ihre Aufmärsche an, in den Gesichtern die gleiche Begeisterung wie damals.«

     Paul ist noch nicht fertig.

     »Wenn du mich fragst, sieht der aus wie ein … höflicher Serien­mörder!«